Swing für’s Herz

Als am Himmelfahrtstag die ersten Gäste die Stadthalle Kamen betraten, lag bereits ein Hauch der Goldenen Zwanziger in der Luft. Unter dem Titel „Roaring Twenties“ hatte der Verein Definetz e.V. zu einer Charity-Veranstaltung zugunsten seiner Arbeit eingeladen – und verwandelte die Stadthalle für einen Abend in einen pulsierenden Swing-Palast.

Vier Stunden lang jagte ein musikalischer Höhepunkt den nächsten. Der international bekannte Boogie-Woogie-Pianist Jörg Hegemann und die elfköpfigen Chicago Stompers aus ;ailand brachten mit Swing, Jazz und Boogie Woogie der zwanziger und dreißiger Jahre das Publikum zum Jubeln. Viele Besucher erschienen stilecht in Kleidern, Hosenträgern, Hüten und Federboas und machten den Abend auch optisch zu einer Reise in eine andere Zeit.

„Das war eine Veranstaltung der Spitzenklasse“, schwärmte der Kamener Künstler Ramund Kasper. Und auch der Hammer Besucher Dirk Dannerbauer zeigte sich begeistert: „Das ist Weltklasse.“

Besonders freute sich Veranstalter und Vereinsgründer Friedrich Nölle über die Resonanz weit über die Region hinaus. Gäste waren aus Frankfurt, Köln, Bielefeld und sogar aus dem Hamburger Raum angereist. „Ich bin begeistert, dass die Musik bis heute nichts von ihrem Schwung und ihrem Charme verloren hat“, sagte Nölle. Gleichzeitig lobte er die hervorragende Zusammenarbeit mit der Stadthalle und deren Mitarbeitern.

Ein Höhepunkt des Abends war das große Finale: Gemeinsam spielten die Chicago Stompers und Jörg Hegemann den Jazz-Klassiker „Lady Be Good“ – furios, mitreißend und voller Energie. Das Publikum feierte die Musiker mit langanhaltendem Applaus. Umso erstaunlicher: Die Künstler standen zuvor noch nie gemeinsam auf einer Bühne und hatten das Stück lediglich kurz anspielen können.

Dabei hatten die Musiker aus Mailand bereits eine echte Mammutreise hinter sich. Schon um Mitternacht waren sie gestartet, um rechtzeitig in Kamen aufzutreten. Dass sie dennoch mit solcher Spielfreude und Kraft auf der Bühne standen, beeindruckte das Publikum umso mehr.

Am Ende des Abends blieb deshalb vor allem eine Frage offen: Gibt es eine Fortsetzung? Für Friedrich Nölle ist das durchaus denkbar. „Dieser Abend schreit geradezu nach einer Wiederholung“, sagte er lachend. Trotz des schwierigen Termins rund um Himmelfahrt und Brückentag sei die Resonanz überwältigend gewesen. Auch eine erneute Veranstaltung in Kamen könne er sich sehr gut vorstellen – wenn ein gemeinsamer Termin gefunden werde.