Deutschlands Defibrillatoren sichtbar machen. Versorgung analysieren. Herzsicherheit verbessern.
Ein plötzlicher Herz-Kreislauf-Stillstand kann jeden Menschen treffen – jederzeit und überall. In diesen entscheidenden Minuten kann ein öffentlich zugänglicher automatisierter externer Defibrillator (AED) Leben retten. Doch ein Defibrillator hilft nur dann, wenn sein Standort bekannt ist und er im Notfall rechtzeitig erreicht werden kann.
Genau hier setzt das Defikataster von Definetz e.V. an.
Was als Verzeichnis von Defibrillatorstandorten begann, entwickelt sich zu einer umfassenden Informations- und Analyseplattform für die Herzsicherheit mit ca 90.000 Datensätzen (Stand 24.10.2026). Das Defikataster macht vorhandene Ressourcen sichtbar, erschließt bislang verborgene Zusammenhänge und liefert wichtige Grundlagen für eine bedarfsgerechte Verbesserung der AED-Versorgung.
Mehr als eine Karte mit Defibrillatoren
Das Defikataster erfasst und strukturiert AED-Standorte und ermöglicht ihre geografische Darstellung. Dabei geht es um weit mehr als die Frage, wo sich der nächste Defibrillator befindet.
Jeder erfasste Standort trägt dazu bei, ein genaueres Bild der vorhandenen Versorgungsstruktur zu zeichnen. Wo befinden sich Defibrillatoren? In welchen Einrichtungen sind sie besonders häufig anzutreffen? Welche Regionen weisen erkennbare Versorgungslücken auf? Und wo besteht besonderer Handlungsbedarf?
Durch die systematische Verknüpfung von Standortinformationen, geografischen Daten und statistischen Auswertungen wird aus einer Sammlung einzelner Meldungen eine wertvolle Informationsgrundlage.
Aktuelle Zahlen statt veralteter Bestandslisten
Ein besonderes Merkmal des Defikatasters ist die Möglichkeit, aktuelle Daten unmittelbar sichtbar zu machen.
Dynamische Anzeigen können den jeweils verfügbaren Datenbestand direkt aus der Datenbank abrufen und darstellen. Neue Einträge, Aktualisierungen und Veränderungen werden damit ohne die zeitaufwendige Erstellung neuer statischer Statistiken nachvollziehbar.
Diese Echtzeitanzeigen schaffen Transparenz über die Entwicklung des Katasters und machen sichtbar, wie sich die dokumentierte AED-Infrastruktur verändert.
Dabei wird zwischen dem aktuellen Datenbankbestand und dem tatsächlichen Zustand eines Gerätes vor Ort unterschieden: Eine aktuelle Datenanzeige allein garantiert noch nicht dessen jederzeitige Einsatzbereitschaft.
Mobile Defibrillatoren – Lebensrettung ist nicht immer stationär
Eine besondere Herausforderung stellen mobile AED-Systeme dar.
Defibrillatoren befinden sich längst nicht ausschließlich in Gebäuden oder fest installierten Außengehäusen. Sie können beispielsweise in Einsatzfahrzeugen, bei mobilen Ersthelfersystemen oder in anderen beweglichen Versorgungseinheiten mitgeführt werden.
Das Defikataster berücksichtigt deshalb auch die besonderen Anforderungen mobiler Systeme. Sie unterscheiden sich grundlegend von stationären AED-Standorten: Ihre Verfügbarkeit hängt nicht allein von einer festen Adresse ab, sondern gegebenenfalls von ihrem aktuellen Einsatzort, ihrer Betriebsbereitschaft und der Möglichkeit, sie im Notfall gezielt einzusetzen.
Die Erfassung solcher Systeme eröffnet neue Perspektiven für die Darstellung und Analyse einer dynamischen AED-Versorgung.
Wo entsprechende aktuelle Standort- und Verfügbarkeitsinformationen technisch bereitgestellt werden, können mobile Ressourcen künftig noch gezielter in die Betrachtung der regionalen Herzsicherheit einbezogen werden.
Zahlen verstehen – Versorgung vergleichbar machen
Eine große Zahl registrierter Defibrillatoren bedeutet nicht automatisch eine gute Versorgung.
Deshalb bietet das Defikataster vielfältige statistische Auswertungsmöglichkeiten, die weit über einfache Standortzählungen hinausgehen.
Geografische Auswertungen
AED-Standorte lassen sich nach Regionen, Bundesländern und weiteren geografischen Kriterien betrachten. So werden regionale Unterschiede erkennbar und Entwicklungen vergleichbar.
Auswertungen nach Standortarten
Wie viele Defibrillatoren sind in Schulen, Hotels, Verwaltungsgebäuden, Sportstätten, Feuerwehren, Unternehmen oder anderen Einrichtungen erfasst? Die Aufteilung nach Standortkategorien zeigt, in welchen Bereichen AEDs bereits verbreitet sind und wo möglicherweise Nachholbedarf besteht.
Grafische Darstellungen
Diagramme, Verteilungsübersichten und vergleichende Darstellungen machen komplexe Daten verständlich. Sie ermöglichen einen schnellen Überblick und helfen dabei, Entwicklungen und Auffälligkeiten zu erkennen.
Vergleich der Bundesländer
Der Vergleich zwischen Bundesländern zeigt Unterschiede in der dokumentierten AED-Infrastruktur. Dabei können sowohl absolute Zahlen als auch relative Kennzahlen herangezogen werden.
Bereinigte Statistiken
Besonders aussagekräftig werden Vergleiche, wenn die Zahl erfasster AEDs in Beziehung zu geeigneten Bezugsgrößen gesetzt wird – beispielsweise zur Einwohnerzahl oder zur Anzahl vorhandener Schulen, Hotels oder anderer Einrichtungen.
So lässt sich unterscheiden, ob ein Bundesland lediglich aufgrund seiner Größe viele Defibrillatoren aufweist oder ob tatsächlich eine höhere rechnerische Versorgungsdichte besteht.
Versorgungsgrad einzelner Einrichtungstypen
Eine weiterführende Auswertung untersucht, welcher Anteil der vorhandenen Einrichtungen mit mindestens einem erfassten AED ausgestattet ist. Voraussetzung dafür ist die eindeutige Zuordnung der Defibrillatoren zu einzelnen Einrichtungen.
Damit wird aus einer reinen Bestandsstatistik eine wesentlich aussagekräftigere Betrachtung der dokumentierten AED-Abdeckung.
Von der Datensammlung zur Entscheidungsgrundlage
Das Defikataster richtet sich nicht nur an Menschen, die im Notfall einen Defibrillator suchen.
Auch Kommunen, Landkreise, Unternehmen, Wissenschaft, Gesundheitswesen und Organisationen des Bevölkerungsschutzes können von seinen Informationen profitieren.
Die Daten können helfen, Versorgungslücken zu identifizieren, bestehende Strukturen zu bewerten, Investitionen gezielter zu planen und die Wirkung von Maßnahmen langfristig zu untersuchen.
Entscheidend ist dabei nicht allein, wie viele Defibrillatoren vorhanden sind. Ebenso wichtig sind ihre räumliche Verteilung, ihre Zugänglichkeit und ihre Einbindung in funktionierende Rettungsstrukturen.
Eine Datenbasis, die mit ihren Aufgaben wächst
Das Defikataster ist keine abgeschlossene Bestandsaufnahme, sondern eine fortlaufend weiterentwickelte Plattform.
Mit jedem zusätzlichen Standort, jeder überprüften Information und jeder verbesserten Auswertungsmöglichkeit wächst sein Nutzen.
Die Verbindung aus Standorterfassung, dynamischer Datenanzeige, statistischer Analyse und der Berücksichtigung mobiler Systeme schafft die Voraussetzungen für ein immer differenzierteres Bild der Herzsicherheit in Deutschland.
Dabei bleibt ein Grundsatz zentral: Die Aussagekraft jeder Statistik hängt von der Qualität und Vollständigkeit der zugrunde liegenden Daten ab. Das Defikataster bildet die dokumentierte Versorgung ab und macht zugleich sichtbar, wo weiterer Erkenntnisbedarf besteht.
Unser Ziel: Nicht nur Defibrillatoren zählen – sondern Herzsicherheit gestalten.
Das Defikataster macht aus Standorten Informationen, aus Informationen Erkenntnisse und aus Erkenntnissen die Grundlage für wirksames Handeln.
Denn das Ziel von Definetz e.V. ist nicht die größtmögliche Zahl von Einträgen in einer Datenbank.
Unser Ziel ist eine bessere, flächendeckende und bedarfsgerechte Versorgung mit lebensrettenden Defibrillatoren – damit im Ernstfall Hilfe dort verfügbar ist, wo sie gebraucht wird.
Defikataster – erfassen, analysieren, verstehen, verbessern.
Ein Projekt von Definetz e.V. für mehr Herzsicherheit in Deutschland.
