Bönen herzsicher

Mit Raumplanung wird Bönen herzsicher!

Bönen. Der Verein definetz e.V. hat frischen Wind in das Thema „Kampf dem plötzlichen Herztod“ gebracht. „Bisher folgte die Aufstellung von Defibrillatoren, den einzig wirksamen Lebensrettern in dieser Situation, häufig dem Zufall. So kommt es an manchen Stellen zu ‚Überversorgungen‘ und andere Regionen werden gar nicht versorgt“, beschreibt Ideengeber und Schriftführer des Vereins Friedrich Nölle die Ausgangslage. Einen wissenschaftlichen Ansatz, der eine flächendeckende optimale Verteilung von AEDs ermittelt, habe es bisher nicht gegeben, erläutert er: „Dabei ist es doch egal, wo jemand umfällt - es muss ein Gerät in der Nähe sein!“ Im Jahr 2011 startete im westfälischen Bönen (Kreis Unna) ein Pliotprojekt zur Frühdefibrillation, das heute weitgehend abgeschlossen ist. Raumplaner sollten errmitteln, wie viele und wo Defibrillatoren in der Gemeinde installiert werden müssten, um eine optimale Versorgung zu garantieren.  Die Empfehlung des Europäischen Rats für Wiederbelebung ist einfach: Auf 1.000 Einwohner sollte es mindestens einen Defibrillator geben. Nur dann gibt es eine realistische Chance, dass im Falle des Plötzlichen Herztodes auch ein elektronischer Retter zur Verfügung steht. 

Für mehr Sicherheit in Bönen wollten sich einsetzen: (von links) Dr. Alexandra Hill und Dr. Christian Lindner von der TU Dortmund, Raumplanerin Sabrina Kohl, Friedrich Nölle von definetz, Alexander Bergmeier und Julia Acantara. Lesen Sie unter dem Reiter Aktionen auf dieser Seite, was der aktuelle Stand des Projetes ist. Foto © Flanse. 
 
Um bei der Lösung des Problems weiterzukommen hat sich der Verein an die Forschungskoordinatorin der Uni Dortmund gewandt. Die Kontaktaufnahme mit Dr.-Ing. Alexandra Hill und Dr.-Ing. Christian Lindner sowie den Studenten Alexander Bergmeier und Marcel Schonlau führte dann letztlich zu ersten wissenschaftlichen Arbeiten, die die Aufstellung von Defibrillatoren aus raumplanerischer Sicht und damit Kriterien der Erreichbarkeit am Beispiel Bönen untersucht. Mehr als 80 Kriterien und Szenarien wie z.B. rechtzeitige fußläufige Erreichbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Einteilung des Gemeindegebietes in Risikozonen werden in einem mathematischen Modell von Bergmeier und Schonlau berücksichtigt. Ein Computer berechnet aus diesen Angaben eine Standortliste.
 
Im Ergebnis werden öffentliche rund um die Uhr zugängliche Defibrillatoren mit mobilen Geräten auf einsatzbereiten Fahrzeugen der Rettungsdienste vorgeschlagen. Um eine Risikoabdeckung von 90% im 19.000 Einwohner zählenden Bönen möglichst kostengünstig zu garantieren, müssten demnach zusätzlich zum vorhandenen Angebot 9 an festen Standorten und 3 mobile AEDs auf den Rettungsfahrzeugen angebracht werden
 

 

 

 

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